Alius Mundus - Heather Allen

Alius Mundus - Heather Allen
16 Jun 2012 - 1 Jul 2012

 

Eröffnung: Samstag, 16.Juni 14-20Uhr
Laufzeit: 16.6.-1.7.2012
Öffnungszeiten: Sa, So 14-18Uhr und nach Vereinbarung (0163-156 17 93)

 

FREMDE WELTEN

 

Wenn Haether Allens Däumlinge in Massen auftreten, können sie beängstigend sein. In jeder neuen Installation übernehmen die ca. 15cm kleinen Skulpturen eine andere Rolle. "Sie erzählen etwas, auch wenn nicht klar ist, was", sagt die englische Künstlerin. Die Handlung bleibt für die Betrachter dieser anderen Welt offen, sie sollen sich eine zugehörige Geschichte selbst zusammenreimen. Liegt eine Interpretation sofort auf der Hand, verwirft Allen die Installation.

Ihre neuen Arbeiten, Kartongebilde in der Kunsthalle M3 verteilt, die an gelandete Ufos erinnern, bergen in sich ein reges Eigenleben, das wir durch Gucklöcher betrachten können. Einmal bietet sich ein Blick wie durch den Türspion. Eine Gruppe von Männern steht vor der Tür. Die Fremden haben etwas vor, besprechen ein Komplott, was auch immer. Die Figuren, die wir beim Blick durch die Öffnungen der Kartons sehen, wirken je nach Situation und Lichteinfall hilflos oder gefährlich. Auf jeden Fall erwecken sie Neugierde, denn wir vermuten automatisch hinter jeder Handlung, die wir beobachten, einen Sinn. "Alius mundus", eine andere Welt, steht stellvertretend für die vielen unerkannten Welten, die uns ständig umgeben.

 

In ihrer Arbeit "White Tower" hat Allen kleine Bronzefiguren auf einen hohen Turm gesetzt. Diese Zwerge auf der hochstrebenden Konstruktion lassen Assoziationen zur ständigen vergeblichen Suche nach Erkenntnis aufkommen. Das Drama des Lebens mit einer Prise englischem Humor. Kein Wunder, dass ihr die Idee des Künstlervereins Mengerzeile gefiel, eine der Aussichtsplattformen nachzubauen, die zu Mauerzeiten auf der Westseite standen, um denen, die dort hinaufkletterten, Einblick in diese fremde Welt jenseits der Grenze zu ermöglichen. Mithilfe des schwedischen Künstlers Thomas Henriksson lässt sie nun eine dieser Kuriositäten wenige Meter vom Treptower Atelierhaus Mengerzeile, das sich direkt an der ehemaligen Grenze zu Neukölln befindet, als "Checkpoint Mengerzeile" wiederauferstehen. Die Erkenntnis derjenigen, die auf solchen Plattformen standen, dürfte ebenfalls gering gewesen sein.

 

Constanze Suhr